Als erstes nehmen wir am Sonntag, 31. Mai, um 17 Uhr eine schöne Tradition der anglikanischen Kirche auf. In den großen Kathedralen wird dort zum Abschluss des Tages gerne eine liturgische Abendandacht gefeiert. „Evening Prayer" heißt dieser Gottesdienst, in der gesungenen Variante auch „Choral Evensong". Gesprochen wird dort nur wenig, alles ist in Musik gegossen. Eine chorische Vertonung des „Magnificat" (Lobgesang der Maria) und des „Nunc dimittis" (Lobgesang des Simeon) ist immer dabei. Dazu kommen Psalmen, Hymnen (Gemeindegesang), gesungene Gebete und Anthems (Chormusik). Inspiriert von dieser Tradition feiern wir ein solches Abendlob erstmals bei uns in Peine. Die Kirchenkreiskantorei St. Jakobi singt Musik von Thomas Tallis, Charles Villiers Stanford, Peter Planyavsky und Moritz Hauptmann. Liturg ist Superintendent Michael Glawion, als Organist ist Mark Ossadnik dabei.
Nur einen Tag später gibt es am Montag, 1. Juni, um 20 Uhr die nächste Veranstaltung: ein Orgelkonzert mit Frederike Schilling aus Kopenhagen. Dazu schreibt die Organistin selber:
Sehr geehrtes Peiner Publikum, vor sechs Jahren saß ich in St. Jakobi unter Anleitung von Christof Pannes das erste Mal an einer Orgel. Ohne außerordentliches Talent für Tasteninstrumente, christlichen Glauben, Taufe oder Kirchenmitgliedschaft. Und jetzt? Eine Taufe, unzählige Gottesdienste, und noch mehr Übestunden später stehe ich unmittelbar vor dem Bachelor-Examen der Kirchenmusik. An der Royal Danish Academy of Music in Kopenhagen studiere ich bei Bine Bryndorf und Prof. Søren Christian Vestergaard. Das Examen findet am 8. Juni in der Kopenhagener Trinitatiskirche statt. Um das Programm vorab zu erproben, spiele ich es am Montag, 1. Juni, in St. Jakobi Peine und lade Sie dazu herzlich ein.
Im Programm des Abends reisen wir durch wichtige Stationen europäischer Kirchenmusik – beginnend in Österreich und Italien, wo im 17. Jahrhundert Georg Muffat wirkte und entgegen aller politischer Konflikte seiner Zeit munter die Musikstile verfeindeter Nationen mischte. Anschließend geht es nach Frankreich, vertreten durch den Barockkomponisten Louis-Nicolas Clerambault mit farbenfrohen Orgelregistern und eleganten Verzierungen, sowie den Spätromantiker Jean Langlais, der in seiner ganz eigenen Tonsprache Dur/Moll-Tonalität mit sphärischen modalen Klängen vermischt. Nach einer Stippvisite in Dänemark mit zwei kleinen Improvisationen über landestypische Kirchenlieder sowie einem Abstecher nach Deutschland (denn es gibt kein Orgel-Examen ohne Johann Sebastian Bach) geht es zurück zum Ausgangspunkt nach Österreich. Das Programm schließt mit den zutiefst menschlichen und einfühlsamen Orgelklängen von Johannes Brahms, der in Ischgl um die verstorbene Clara Schumann trauert und vielleicht auch für sich selbst schon den Lebensabend herannahen sieht.
Ich freue mich sehr, eine Examensprobe hier in Peine spielen zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich der Peiner Gemeinde, die engagiert meine ersten gottesdienstlichen Gehversuche mitsang und gnädig über gelegentliche Tasten-Unfälle hinweghörte, auf musikalischem Weg Danke sagen! Ich freue mich auf Sie!
Venlig hilsen fra København, Frederike Schilling
Zu guter Letzt weise ich Sie dann noch hin auf ein Konzert der Kreismusikschule Peine am Sonntag, 7. Juni, um 17 Uhr, für das wir in herzlicher Verbundenheit gerne unsere Kirche zur Verfügung stellen. Nach fast 30 Jahren als Blockflötenlehrerin in Peine geht Maria Klemt in diesem Sommer in den Ruhestand. Generationen von jungen Peinern hat sie musikalisch mit ihrer ausdrucksstarken Musizierweise geprägt, viele auch zu Erfolgen beim Wettbewerb „Jugend musiziert" geführt. Nicht wenige ihrer Schüler:innen haben daneben auch in unserer Jugendkantorei oder Kantorei ein musikalisches Zuhause gefunden. Am 7. Juni sagen Freunde und Kollegen mit einem Abschiedskonzert Danke für eine lange und gute Zusammenarbeit mit Maria Klemt.
