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Traditionelle Gottesdienste zum Ende der Passionszeit

Karwoche im Kirchenkreis

Landkreis Peine. In vielen evangelisch-lutherischen Kirchen feierten Gläubige in der Karwoche Gottesdienste. In der Zeit von Palmsonntag bis Karsamstag wird des Leiden Jesu und seines Todes am Kreuz gedacht. Viele gedenken dem letzten Abendmahl mit seinen Jüngern mit einem Tischabendmahl in der Kirche.

So trafen sich in der Groß Lafferder Bernwardskirche 50 Gäste an einer großen Tafel im Altarraum. „Wie wollen heute Abend miteinander beten und Gemeinschaft erleben. Dabei denken wir an den Grund all unserer Hoffnung. Ein Platz in unserer Mitte bleibt frei. Dort steht die Osterkerze. Wir halten ihn frei, falls Er vorbeikommen sollte. So ist es Brauch“, begrüßte Pastorin Julia Josephine Braunsteiner, die das Tischabendmahl mit Besuchern aus Groß Lafferde, Ölsburg, Gadenstedt, Klein Lafferde und Lengede feierte.

Zwölf Gäste verlasen ihre Bitten und ihren Dank an Gott, ehe gemeinsam Abendmahl gefeiert wurde. Die Pastorin lud dann zur traditionellen Fußwaschung ein, bevor der Gottesdienst mit einem Beisammensein an der Tafel bei Brot, Käse und Dips endete.

Am Karfreitag standen die Gottesdienste im Kirchenkreis im Zeichen des Gedenkens. „Die Leidensgeschichte Jesu ist schwer zu ertragen. Heute gibt es kaum Orgelmusik, keine Blumen und nur wenige Kerzen auf dem Altar“, erklärte Pastor Markus Lenz, der in Vöhrum Gottesdienst feierte.

Die Lesung über die Kreuzigung und den Tod Jesu hielt Manuela Hoyer. Zwischen den Versen sang die Gemeinde das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“. An dessen Ende wurden die Bibel und die Kerzen vom Altar geräumt. Das Altarbild wurde zugeklappt.

„Der Besuch der Gottesdienste an Tagen wie Buß- und Bettag oder Karfreitag lässt immer mehr nach, aber die Passionsgeschichte bleibt unvergessen. Jesus wird in ihr vollends Mensch, er leidet und fühlt sich verlassen. Leiden ist menschlich und trifft uns alle“, sagte Pastor Lenz in seiner Predigt.

Gott gehe so weit, seinen Sohn zu opfern, weil er die Liebe zu seinen Menschen nicht verlieren will. Die Schönheit der Liebe Gottes durchdringe unser aller Leben und Christus sei Mittler einer neuen Beziehung zwischen Gott und den Menschen.

Nach dem Segen verließen die Besucher still, ohne Orgelnachspiel die Kirche. Bis zum Abend des Karsamstag schweigen nun Glocken und Orgel.

Am späten Abend des Karsamstag oder am frühen Ostersonntagmorgen laden die Gemeinden dann zu Ostergottesdiensten ein, in den der Auferstehung Jesu gedacht wird.