In der gut gefüllten St.-Johannis-Kirche feierte Pastor Andreas Bartholl einen Gottesdienst zum Beginn der Fastenzeit vor Ostern. Unterstützt wurde er von Kirchenvorsteherin Kerstin Denkmann. Für den musikalischen Rahmen sorgte Lars Miehe an der Orgel.
„Asche auf mein Haupt – das sagt man heute oft halb scherzhaft, wenn einem etwas missglückt ist oder einem ein Fauxpas unterlaufen ist. Früher war das sehr ernst. In Zeiten der Trauer streute man sich Asche auf den Kopf. Die tollen Tage der Fastnacht sind heute vorbei und wir stehen hier in jahrhundertealter Tradition und empfangen das Aschekreuz. Ein Moment der Einkehr und der Beginn des Weges nach Ostern“, begrüßte Pastor Bartholl.
In seiner Predigt legte er einen Schwerpunkt auf diesen Anfang, den Neubeginn, der wie alle Veränderungen erst einmal ungewohnt ist. Trotzdem dürfe man nicht im Alten verharren und bekannte Rituale oder den Eifer, Regeln zu befolgen, über das Neue stellen.
„Mit dem Fasten bereiten wir uns darauf vor, dass das Neue anbricht. Wir machen Platz dafür. Brüche und Risse gibt es überall in der Welt, aber wir müssen keine Angst haben, vor dem was kommt. Wir alle haben eine Zukunft . Durch Jesus ist Gott zu uns gekommen und lässt uns mit all den Rissen und Brüchen nicht allein“, bekräftigte der Pastor.
Im Anschluss segnete er alle, die mochten, mit dem Aschekreuz auf Stirn oder Hand sowie dem traditionellen Bibelspruch: Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst.
Nach dem Gottesdienst waren alle noch ins benachbarte Gemeindehaus eingeladen. Dort hatten fleißige Helfer Matjes, Pellkartoffeln und Speckstippe vorbereitet.
Das übergreifende Motto der Landeskirche Hannovers für die diesjährige Fastenzeit lautet übrigens: Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte – es ruft zu mehr Achtsamkeit und liebevollem Umgang auf.
