Aktuelles

Immer noch Weihnachten – oder was ist eigentlich Lichtmess?

In Ölsburg und Dungelbeck stehen die Tannenbäume bis Anfang Februar in den Kirchen

Für viele endet Weihnachten am 26. Dezember, für manche gar direkt nach der Bescherung am Heiligabend. Dabei fängt die eigentliche Weihnachtszeit erst am 25. Dezember an und dauert bis zum Epiphaniastag am 6. Januar – schließlich haben da die drei Sterndeuter erst die Krippe erreicht.

„Dann beginnt die Epiphaniaszeit, die ja auch noch zur Weihnachtszeit gehört. Christus ist als Licht in unsere Welt gekommen und daran soll und darf man sich lange erinnern. Die Kerzen am Tannenbaum erinnern daran. In unserer St.-Johannis-Kirche in Dungelbeck bleibt deshalb auch der Tannenbaum bis Anfang Februar stehen. Die Epiphaniaszeit endet am 2. Februar, Mariä Lichtmess. Der Tag war früher von großer Bedeutung, nicht nur im kirchlichen Kontext“, erklärt Pastor Andreas Bartholl.

Mariä Lichtmess, auch Darstellung des Herrn genannt, erinnert an zwei Dinge:

Maria bringt Jesus 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel von Jerusalem, wie es das jüdische Gesetz vorsah. Dort erkennt der greise Simeon Jesus als „Licht der Welt“ – daher der Name Lichtmess. Deshalb spielen Kerzen eine große Rolle: In vielen Kirchen werden sie an diesem Tag gesegnet und in Prozessionen getragen. Kurz gesagt: ein Fest über Jesus als Licht, Hoffnung und Neubeginn. Früher markierte Lichtmess auch den Beginn des bäuerlichen Arbeitsjahres, denn es war wieder länger hell.

„Mir ist sehr wichtig, dass wir uns an diese schönen Traditionen erinnern und sie pflegen. In der Ölsburger Trinitatiskirche steht der Tannenbaum immer bis in den Februar. Am letzten Sonntag nach Epiphanias, dieses Jahr der 1. Februar, nehmen wir dann im Gottesdienst Abschied vom Baum und singen ein letztes Mal „Oh du fröhliche“. Das Licht der Weihnacht scheint deutlich länger als bis zum 26. Dezember und das möchte ich gerne bewusst machen. Gerade in dieser Zeit brauchen die Menschen Zeichen der Liebe Gottes“, bekräftigt Pastor Dominik Christian Rohrlack, der auch seinen Baum im Wohnzimmer bis in den Februar geschmückt lässt.