In der zurückliegenden Karwoche und an den Osterfeiertagen fanden in vielen Kirchen und Kapellen Gottesdienste statt. Zum Auftakt wurde am Abend des Gründonnerstag Tischabendmahl gefeiert. Diese traditionelle Gottesdienstform erinnert an das letzte Abendmahl, das Jesus gemeinsam mit seinen Freundinnen und Freunden feierte.
In Klein Ilsede gestaltete Pastor Andreas Bartholl die Feier. Fleißige Helferinnen hatten die Tische im Gemeindehaus gedeckt und luden zum gemeinsamen Essen von Brot und Weintrauben ein. Zum Abschluss sang Katharina Bartholl „Via Dolorosa“.
Am Karfreitag lud Pastorin Marion Schmager in die Groß Ilseder Kirche ein. Sie erinnerte an den Leidensweg Jesu, die Kreuzigung und die große Trauer und Fassungslosigkeit, die die Menschen damals empfunden hatten. „Auch wir begehen heute den Tag im Zeichen des Kreuzes. Gott hat damit den entscheidenden Schritt getan und die Hand gereicht. Wir können die ausgestreckte Hand ergreifen und bekennen, dass wir diese Gemeinschaft wollen. Die Kraft der versöhnenden Liebe Gottes kann uns verwandeln und wieder zurechtrücken“, bekräftigte die Pastorin.
Nach dem gemeinsamen Abendmahl und dem Segen ging die Gemeinde schweigend – auch ohnen Orgel- oder Glockenklang auseinander.
Nach dem Karsamstag, dem Tag der Grabesstille, feierten einige Gemeinden bereits am späten Abend, andere am frühen Morgen die Auferstehung Jesu mit festlich-fröhlichen Gottesdiensten. In die Friedenskirche in Peine hatte Pastorin Anja Jäkel gemeinsam mit Vikar Jakob Schiffer spätabends eingeladen. Vor der Tür brannte ein Lagerfeuer, in der Kirche war alles dunkel, bis die Osterkerze hereingetragen wurde und viele kleine Kerzen an ihr angezündet wurden. Für den musikalischen Rahmen sorgte der eigens gegründete Osterchor unter Leitung von Renate Mainusch. Laut hallte der Ruf: „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“ durch das Gotteshaus.
Am Ostermontag gab es einen ganz besonderen Gottesdienst in der St.-Georg-Kirche Schmedenstedt, feiert doch die Emmaus-Gemeinde Woltorf-Schmedenstedt in diesem Jahr ihren zehnten Geburtstag. „Die Emmausgeschichte zeigt, dass Glaube kein Zustand ist, sondern Bewegung. Auch die Emmausjünger haben gezweifelt, bis sie auf ihrem Weg gemerkt haben, Jesus ist längst bei ihnen“, bekräftigte Pastorin Katrin Deutsch. Kirchenvorsteher spielten die Geschichte der beiden Jünger nach und wurden dafür mit reichlich Applaus belohnt, ebenso wie der große ökumenische Kirchenchor, der geleitet von Andreas Köhler dem Osterjubel musikalischen Ausdruck verlieh.
